Am 16. Oktober ist Internationaler Reparaturtag

Das Recht der Konsumenten auf Reparatur– ein Beitrag zum Ressourcen- und

Klimaschutz!

Seit 2017 ruft die Open Repair Alliance* zum internationalen Reparaturtag auf, um mit Nachdruck das Recht auf Reparatur (right to repair) einzufordern. Dieser Aktionstag soll u.a. jeden zu mehr Reparatur bewegen, sei es selbst zu reparieren, den Gang zum lokalen Reparateur oder einfach die Geräte im Haushalt auf eventuelle Bruchstellen zu überprüfen und für eine längere Lebensdauer bewusster zu pflegen.

Konsumgüter länger nutzen, heißt Rohstoffe, Umwelt und somit auch das Klima schonen, sowie Energie zur Herstellung neuer Produkte einsparen.  Dieses Thema passt daher besonders gut zum wohl emblematischsten Konsumprodukt, welches für Kurzlebigkeit und Überkonsum steht – dem Smartphone!

Smartphones weltweit ein Jahr länger nutzen, würde Fachleuten zufolge bis zu 2.1 Mio. Tonnen CO2-Emissionen einsparen; bei einer verlängerten Lebenszeit von 3 auf 10 Jahre würde die Einsparung 6,2
Mio. Tonnen pro Jahr bis 2030 bedeuten!

Zu oft werden nämlich noch brauchbare Smartphones ausgewechselt, obwohl mit wenig Aufwand ein   zersplittertes Glas ersetzt oder kleinere Mängel behoben werden könnten. Neben mangelnder Kenntnis über das „wie und wo reparieren lassen“, blendet natürlich auch der Markt mit seiner Werbung den Verbraucher und überredet ihn immer wieder zu einem Neukauf. Die von Herstellern eingeplante Obsoleszenz trägt aufgrund sogenannter „Sollbruchstellen“ zusätzlich dazu bei, den Konsum anzukurbeln.

Obwohl die Europäische Union mit der „Oekodesign-Richtlinie“ dem entgegenwirken will, probieren die Hersteller immer wieder mit neuen Methoden die Lebensdauer von Geräten weiter zu verkürzen. Einzelteile elektronischer Geräte werden immer häufiger mithilfe von Seriennummern miteinander gekoppelt, was u.a. die Reparatur durch unabhängige Reparateure erschwert. Werden diese Teile bei der Reparatur mit Teilen einer anderen Seriennummer ersetzt, wird die neue Seriennummer nicht automatisch akzeptiert. Hier ist weiterhin ganz klar die Politik gefordert.

Hingewiesen sei an dieser Stelle auf Instrumente, wie der französische Reparaturindex, welcher die am besten reparierbaren Produkte auflistet. Zudem sei auch erwähnt, dass das Oekozenter Pafendall mit seinem Projekt “oekotopten.lu“ derweil an einer Liste mit den best-reparierbaren Smartphones auf dem Luxemburger Markt arbeitet.

Im Rahmen des nun bevorstehenden Aktionstages, laden der Mouvement Ecologique und das Oekozenter Pafendall ebenfalls jeden ein, sich privat oder gesellschaftlich für mehr Langlebigkeit von Konsumgüter einzusetzen.

Der Politik obliegt es nun, sich auf europäischer Ebene für eine adäquate Umsetzung des Rechts auf eine herstellerunabhängige Reparatur einzusetzen. Zusätzlich muss sich Luxemburg in der EU stark machen, um reduzierte Steuersätze bei Reparaturen einzuführen (diese gibt es bisher nur bei vereinzelten Produktgruppen).

Weiterhin wäre es möglich – wie es bereits in manchen Gemeinden der Fall ist – über ein Reparatur-Bonus nachzudenken, bzw. diesen flächendeckend anzubieten. Hierbei sollen Haushalte pro Jahr einen gewissen Betrag zur Durchführung einer Reparatur bekommen.

Voraussetzung für eine Ausweitung des Repair-Bereiches ist, die Erfahrungen und Interessen des Handwerks und des Handels zu nutzen, um in der Praxis wirksam zu werden.

Für die Politik gilt es nun also Verhältnisse zu schaffen die es Verbraucher*innen zukünftig auch ermöglichen, einem nachhaltigeren Verhalten nachzugehen. Mehr Reparaturen heißt mehr Ressourcenschutz, mehr Klimaschutz, weniger Umweltzerstörung und damit mehr Lebensqualität!

* Die Open Repair Alliance ist eine internationale Gruppierung von Organisationen, die zusammen daran arbeiten, Elektronikprodukte haltbarer und reparierbarer zu machen. Gründungsmitglieder sind: The Repair Cafe Foundation aus den Niederlanden, The Restart Project aus Großbritannien, iFixit, Die Stiftung „Anstiftung“ und Fixit Clinic aus den USA.

Kontakt: Camille Muller – Projekt Oekotopten – 43 90 30 23 / E-Mail: camille.muller@oeko.lu