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Konventionelle und Bio-Baumwolle

Baumwolle ist die am weitesten verbreitete Naturfaser auf dem Textilmarkt. Baumwolle wird auf über 2,5 Prozent der weltweit landwirtschaftlich genutzten Fläche angebaut. Jährlich werden ca. 25 Millionen Tonnen Baumwolle geerntet, wobei 40 bis 50 Prozent aus gentechnisch verändertem Saatgut stammen (dies ist im Bio-Anbau verboten). Der Anteil an Bio-Baumwolle beträgt vergleichsweise gerade mal 1 Prozent.

Die konventionelle Baumwolle stammt aus Plantagen und Monokulturen, wobei Bio-Baumwolle immer in Mischkulturen angebaut werden muss (Vorschrift); der Baumwollanbau trägt so zur Ernährungssicherheit der Bauern bei und schafft eine alternative Lebensgrundlage. Darüber hinaus ist beim Bio-Baumwollanbau die Verwendung von chemischen Pestiziden und Düngemitteln verboten. Im konventionellen Anbau führen diese und andere Chemikalien jährlich zu zwei Millionen Vergiftungen (WHO); hinzukommen die starken Umweltbelastungen der Böden und des Grundwassers. Der Wasserverbrauch von Baumwolle ist generell ein Problem – ob Bio oder konventionell: die Pflanze wächst meist in tropischen und subtropischen Zonen, in denen Wasser ein rares und daher wertvolles Gut ist. Ein Kilogramm Baumwolle benötigt ca. 71-121 Badewannen voll Wasser (im Sudan können es bis zu 207 sein). Der Unterscheid bei der Bewässerung der Bio-Baumwolle besteht darin, dass z.B. das Wasser der Monsunregen für die direkte Bewässerung verwendet wird und damit nicht die Trinkwasservorräte ausgeschöpft werden.

Bio-Baumwolle bedeutet nicht, dass die Baumwolle auch fair gehandelt wird. Bio-Zertifizierungen wie GOTS und IVN setzen generelle soziale Mindest-Standards voraus und auch die „Bio-Prämie“ hilft, das Einkommen der Bauern zu erhöhen. Dennoch stehen in diesem Bereich noch viele Verbesserungsmöglichkeiten an.

Kosten der Bio-Baumwolle

Als Verbraucher fragt man sich oft, warum die Bio-Baumwolle eigentlich teurer ist. Dies ist darauf zurückzuführen, dass

  • die Bauern einen Mehraufwand haben und Kosten für Kontrollen und Schulungen anfallen;
  • der Anteil der Bio-Baumwolle auf dem Weltmarkt gering ist jedoch die Nachfrage weiterhin steigt;
  • die Weiterverarbeitung umweltschonend ist (z.B. 1kg chemische Farbe kostet 0,60€, Naturfarbe ca. 2€ pro Kilogramm) und diese auch höhere Kosten birgt;
  • durch höhere Umwelt- und Sozialstandards bei der Verarbeitung und schlussendlich auch
  • die Vermarktung tagen zu höheren Kosten bei.