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Rückblick Energiewochen 2018 mit Blick auf die Nachhaltigkeit

Mit über 120 Teilnehmern waren die Energiewochen dieses Jahr wieder sehr gut besucht. Die mit Abstand meisten Interessenten gab es bei der Führung durch die Maison Relais in Angelsberg.

Darunter waren viele Fachplaner, die sich für diese Hybridkonstruktion aus Holz, Beton und Stroh interessierten. Das Energiekonzept hinter dem Projekt setzt auf Massespeicher, d.h. die massiven Bauteile aus Beton, Lehm, usw. im Innern des Gebäudes, können die Wärme speichern bzw. puffern und tragen zur thermischen Trägheit des Gebäudes bei. Die thermische Hülle des Gebäudes besteht aus massiven Holzaußenwänden und einer Wärmedämmung aus Stroh. Durch die Wärmespeicherkapazität der Innenbauteile und der hohen Wärmedämmfähigkeit der Außenhülle heizt sich das Gebäude im Sommer nicht so schnell auf und kühlt im Winter langsamer aus. Dadurch wird insgesamt der Heiz- und Kühlbedarf des Gebäudes weitestgehend reduziert. Der aus energetischer Sicht sinnvolle Einsatz der Baumaterialien entsprechend ihrer wärmetechnischen Leitfähigkeit wird ergänzt durch ein mit Holzspänen gespeistes Nahwärmenetz, einem bedarfsorientierten Lüftungskonzept und einer Photovoltaikanlage.

Das Projekt ist exemplarisch für die zunehmenden Bemühungen seitens der Planer und Bauherren für eine sinnvolle Balance zwischen Konstruktionsweise, Material- und Technikeinsatz bei der Umsetzung von energieeffizienteren Gebäuden.

Das Konzept hinter dem Projekt in Aspelt ging in Fragen der Nachhaltigkeit über die reine energieeffiziente Baukonstruktion und deren Baumaterialien hinaus. Im Sinne – Wie anpassungsfähig ist das Gebäude an veränderte Lebensumstände? und damit einhergehend die Frage – Wie lange ist das Gebäude für seine Bauherren nutzbar? bzw. Wie lange hat das Gebäude überhaupt Bestand? wollte man hier ein Haus schaffen, das über mehrere Generationen nutzbar sei. So bietet dieses Haus mit seiner barrierefrei gestalteten Einliegerwohnung, die Möglichkeit, den Bedürfnissen der verschiedenen im Haus lebenden Generationen nachzukommen und auch für zukünftige Generationen ausreichend flexibel ausgerichtet zu sein.

Ähnlich verhielt es sich auch bei dem Projekt in Helmdange, das in seiner Grundrissaufteilung und barrierefreien Gestaltung flexibel in der Nutzung ist, um veränderten Nutzungsansprüchen in Zukunft gerecht werden zu können und somit als Gebäude insgesamt länger Bestand zu haben.

Es ist gut, dass die Häuser zunehmend aus nachhaltigen Baumaterialien erstellt werden und dass man Ressourcen schont, indem man Baumaterialien bei Abriss des Gebäudes recycelt und sie dem Baustoffkreislauf zurückführt. Jedoch geht man inzwischen bei Gebäuden von einer durchschnittlichen Lebenserwartung von gerade mal 40 Jahren aus. Da jedes Recycling zwar Ressourcen schont, trotzdem aber erneut Energie verbraucht, sollte man unbedingt versuchen, die Gebäude in ihrer Nutzung so anpassungsfähig wie möglich zu gestalten, um sie entsprechend „lange haltbar“ zu machen.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Bauherren und Planern, die uns die Besichtigungen ermöglicht haben, herzlich bedanken und nicht zuletzt auch allen Teilnehmern, für ihr reges Interesse an den Energiewochen, ein großes Dankeschön aussprechen!