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Energiewochen 2021: Renovierung eines 200 Jahre alten Hauses

Denkmalschutz und Energieeffizienz sind vereinbar

Das Beispiel der Sanierung eines 200 Jahre alten Hauses in Pettingen, das im Rahmen der Energiewochen besucht werden konnte, zeigt auf, welche Lösungen u.a. aus Sicht der Energieeffizienz bei Beachtung von Denkmalschutzauflagen und der architektonischen Qualität möglich sind.

Neben mehr als 20 Interessierten, nahm auch der sehr interessierte Minister für Energie und Raumplanung Claude Turmes zusammen mit seinem sachverständigen Mitarbeiter an der Führung teil und nahm regen Anteil an den Diskussionen.

Bei der Besichtigung dieses geschützten alten Hauses mit seinem neuen, modernen Holzanbau gab es somit jede Menge Wissenswertes sowohl für Interessierte an Renovierungsobjekten als auch für solche, die sich eher für den Neubau interessieren.

Zum einen wurde das geschützte Bestandshaus mit einer Innendämmung energetisch verbessert. Immer wenn das Erscheinungsbild der Fassade erhalten bleiben soll, ist dies die einzige Möglichkeit, um ein Haus zu dämmen und seinen Heizenergieverbrauch zu drosseln. Die Planung und Ausführung einer solchen Dämmmaßnahme bedarf allerdings besonderer Aufmerksamkeit. Man kann hierbei durch die falsche Wahl des Dämmstoffs oder der Dämmeigenschaften den unversehrten Erhalt des Mauerwerks aufs Spiel setzen. Was es hierbei zu beachten gilt und welchen Dämmstoffen man den Vorzug geben sollte, wurde im Detail während der Führung erläutert.

Der Architekt des Projektes Stephan Hain hat auch von seiner Errungenschaft einer denkmalkonformen Photovoltaikanlage berichtet. So hat er es zusammen mit einem deutschen Hersteller geschafft, auf Kunstschiefer aufgeklebte PV-Module als Prototyp bei diesem Projekt zu verbauen. Da das Erscheinungsbild dieses mit PV-Schieferschindeln gedeckten Daches sich kaum von einer einfachen Schiefereindeckung abweicht, fand diese Lösung dann auch die Zustimmung der zuständigen Denkmalschützer. Der Stromertrag solcher integrierten PV-Module ist zwar etwas geringer als bei den aufgeständerten Modulen, dennoch bleibt zu hoffen, dass sich hierdurch mehr geschützte Altbauten als Standorte für PV-Anlagen in Zukunft finden lassen werden.

Für die Heiz-und Warmwasseraufbereitung wurde in dem Haus eine Pelletheizung vorgesehen und in diesem Zusammenhang hat Minister Claude Turmes darauf hingewiesen, dass in Zukunft in Luxemburg nur noch mit Filter ausgestattete Pelletheizungen verbaut werden dürfen. Des Weiteren möchte man keine Gasheizungen mehr seitens des Staates fördern. Der Fokus soll auf energieeffiziente und leise Wärmepumpen gesetzt werden.

Es wurde auch über die Neuaufteilung des Hauses diskutiert, denn hier wurden aus dem recht großen Einfamilienhaus am Ende 3 Wohneinheiten mit Praxis erstellt. Die Zustimmung der Gemeinde diesbezüglich ist sicherlich vorbildlich, denn durch die effizientere Raumnutzung wurden zusätzliche Wohnungen geschaffen und die Mehrkosten für die denkmalgeschützte Sanierung dadurch tragbarer. Nicht zuletzt steigt somit auch das Interesse am Erhalt solcher Kulturdenkmäler.

Der Besuch offenbarte jedoch auch einen gewissen Nachholbedarf in der Zusammenarbeit zwischen Energieministerium und Denkmalschutzbehörde (Sites et Monuments). Dies sowohl was die Ausarbeitung allgemeiner Richtlinien aus Sicht der Energieeffizienz bei geschützten Altbauten wie auch was die (aufeinander abgestimmte) Beratung der Bauherren anbelangt.

Für Fragen u.a. zur Innendämmung oder der Wahl eines umweltschonenden Dämmstoffes steht die Bauberatung des Oekozenter Pafendall im Rahmen einer Erstberatung zur Verfügung: E-Mail: thecla.kirsch@oeko.lu  Tel.: +352 43 90 30 45

Geschütztes Haus in Pettingen – energieeffizient und nachhaltig saniert

 

Die schieferähnliche Photovoltaikanlage als denkmalkonforme Lösung

Erfahrungsaustausch unter den Teilnehmern und Informationen über geplante staatliche Maßnahmen