• Print Friendly

Versuch zu Soja Ganzpflanzensilage

Rund 50% des EU-Proteinfuttermittelverbrauchs wird durch zumeist gentechnisch verändertes Soja aus Nord- und vor allem Südamerika gedeckt. Aufgrund ihrer hohen Proteingehalte und hervorragender Proteinqualität (Aminosäurenmuster und Proteinverdaulichkeit) wird in hochleistenden Tierproduktionssystemen auch zukünftig kaum auf die Sojabohne verzichtet werden können. Der Anbau in Mitteleuropa wird derzeit vor allem durch die klimatischen Ansprüche der wärmeliebenden Kultur begrenzt. Gleichzeitig ist das erklärte Ziel „Regionale Produktion und Veredelung von Eiweißfuttermitteln“ nur durch Sojaanbau auch in bisher noch ungünstigen Lagen, insbesondere in Mittelgebirgen, zu realisieren. Zwar hat die Pflanzenzucht in den letzten Jahren messbare Fortschritte gemacht und deutlich kältetolerantere Sorten auf den Markt gebracht, dennoch ist das witterungsbedingte Ertragsrisiko nach wie vor ein großes Hemmnis für landwirtschaftliche Betriebe die Leguminose in ihre Fruchtfolge aufzunehmen.

Alternative Nutzungsformen wie Soja-Ganzpflanzensilage (GPS) können das Ertragsrisiko deutlich mindern. Darüber hinaus sind die Verarbeitungsstrukturen, um die Sojabohne zu einem hochwertigen Proteinfuttermittel zu veredeln, sprich Sojaextraktionsschrot herzustellen, bisher nicht flächendeckend vorhanden. Um die Eignung von Soja-GPS als Nutzungsalternative speziell für wiederkäuerhaltende Betriebe bewerten zu können, wurde 2012 auf einem Mittelgebirgsstandort in Luxemburg (Everlingen) ein entsprechender Versuch angelegt. Untersucht wurden verschiedene Sorten unterschiedlicher Reifegruppe hinsichtlich ihres Ertragspotentials und ihrer Silierfähigkeit. Zudem wurden die Inhaltsstoffe des GPS analysiert und die Eignung als Wiederkäuerfuttermittel bewertet.

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Die Pflanzen aller Reifegruppen erwiesen sich zum Erntezeitpunkt als ausreichend silierfähig. Die Nutzung als Soja-GPS lieferte höhere Rohproteinerträge pro ha als die Dreschfrucht. Soja-GPS kann hinsichtlich der Gehalte an Antinutritiva als für Wiederkäuer geeignetes Grundfuttermittel bewertet werden.