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Vertreter des interregionalen Parlamentarierrats besichtigen Solawi

Sitzung des interregionalen Parlamentarierrats zum Thema der solidarischen Landwirtschaft auf dem Fromburger Hof von Jeff Weydert

Am 7. Juni fand auf dem Fromburgerhof von Jeff Weydert eine Sitzung des CPiiPR (Conseil Pralementaire interrégional-interregionaler Parlamentarierrat) statt.

Frau Carole Hartmann, Vorsitzende der Kommission 4 „Umwelt und Landwirtschaft“ begrüßte alle Teilnehmer ganz herzlich und bedankte sich bei Jeff Weydert für den netten Empfang. In ihrer Einleitung erklärte sie, weshalb diese Sitzung auf dem Fromburger Hof stattfand. Des Weiteren betonte sie wie wichtig es sei, sich alternativen Vermarktungsmöglichkeiten und Produktionsweisen aufgeschlossen zu zeigen.

Anschließend führte Jeff Weydert in seiner Begrüßung kurz durch die Geschichte des Betriebes und seinen Weg zur solidarischen Landwirtschaft.

Danach war es an Marc Jacobs, Berater der „Ekologësch Landwirtschaftsberodung vum Oekozenter Pafendall a Lëtzebuerger Landjugend a Jongbaueren”, allen Zuhörern die Entstehung der solidarischen Landwirtschaft sowohl weltweit als auch in Luxemburg näherzubringen. Er erläuterte die Bedeutung und Funktion einer sogenannten Solawi und zeigte die Vorteile dieser Wirtschaftsweise sowie deren positive Auswirkungen für Produzent, Konsument und die Natur auf.

Am Ende seines Beitrags wies er auf die Hürden und Chancen der „solidarischen Landwirtschaft“ hin, welche durch die Erfahrungen von Jeff Weydert ergänzt wurden. Einer der Schwerpunkte war hier das Erreichen des Standardoutputs von 75.000€, der erreicht werden muss, um als Vollerwerbsbetrieb anerkannt zu werden. Hier muss eine Anpassung erfolgen.
Auch die Förderung von wichtigen Wirtschaftsgütern, wie z.B. der Erwerb eines Folientunnels, konnte als Erschwernis ausgemacht werden. Zum einen erweist sich die Investition als sehr teuer für einen kleinstrukturierten neuen Betrieb, zum anderen kann diese Anschaffung nicht unterstützt werden, da der Betrag nicht hoch genug ist.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Aktivierung des Artikel 35 „Kooperationen“ der ELER-Verordnung, die bei Gründung einer Solawi als finanzielle Beihilfe dienen kann, um Personen, besonders im administrativen Bereich, zu unterstützen.
Zum Schluss wurde noch ein Augenmerk in Bezug auf Auszubildende gelegt. Die Solawi-Betriebe würden gerne mehr Auszubildende aufnehmen, die auch dringend als Fachkräfte nach Abschluss des Diploms benötigt werden. Die Betriebe werden aber ausgebremst, da pro diplomierte Arbeitskraft auf dem Betrieb nur ein/e Azubi angenommen werden kann. Zudem gestaltet sich deren Finanzierung als schwierig.

Frau Bonert aus dem Landwirtschaftsministerium Luxemburg in ihrer Funktion als „Conseillère de Direction, Leader Interreg, Réseau rural“  verwies in ihrer Präsentation auf die Bedeutung solcher Initiativen. Dies verdeutlichte sie am Beispiel des vom Leader geförderten Projekts „Solawa, solidaresch Landwirtschaft Atert-Wark“.

Nach den Vorträgen folgte ein Rundgang über den vielseitigen Betrieb von Jeff Weydert, der den Teilnehmern die solidarische Landwirtschaft und deren Produktionsverfahren erklärte. Die Besucher waren sehr interessiert, so dass ein reger Austausch erfolgte.

Zum Abschluss wurde bei einem gemeinsamen Essen am Echternacher See weiter über die Zukunftsperspektiven dieser nachhaltigen Wirtschaftsweise diskutiert.